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Männliche Fertilitätsstörungen:

In den Industrienationen ist ca. jedes sechste Paar ungewollt kinderlos (Def.: ein bis zwei Jahren ungeschützten regelmäßigen Geschlechtsverkehr). In der Regel wird überwiegend die Frau bei ungewollter Kinderlosigkeit untersucht und behandelt. Ca. 40 % der Ursachen für eine Kinderlosigkeit liegen jedoch beim Mann.

Die männliche Fertilität hängt eng mit der Spermienqualität zusammen. Konzentration und Qualität der Spermien haben sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verschlechtert (Konzentration der Spermien -29 % im Zeitraum von 1989-2002, geographischer Variabilität). 2010 hat die WHO die Normwerte für das Spermiogramm bei Männern nach unten korrigiert.

Im Jahre 1999 galt nach WHO Kriterien noch als normal, wenn eine Spermien-Konzentration bei >20.000.000 pro Milliliter und die Spermienanzahl von über 40 Millionen vorlag. Im Jahre 2010 änderte man die Normwerte auf Spermienkonzentration von 15 Millionen pro Milliliter und die Spermienanzahl auf 39 Millionen. Häufig ist diese nachlassende Spermienqualität die Ursache für technische assistierte reproduktive Therapie (ART), wie die Invitrofertilsation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermien Infiltration (ICSI) in der Retroproduktionsmedizin.

Studien zur Spermienkonzentration:

In einer großen Metaanalyse von Levin H. wurden 185 Studien von 43.000 Männer über den Zeitraum von 40 Jahren in 50 Ländern ausgewertet. Das Ergebnis zeigt dramatische Veränderung in den Industriestaaten der westlichen Welt. Es zeigt sich ein Rückgang der Spermienkonzentration im Ejakulat zwischen 1973-2011 von über 52,4 % die Gesamtzahl der Spermien sanken gar um 59,3 %.(Levin H, Jogänsen N, Martino-Handrade A Temporal trends in sperm count:a systematic rewie ans meta-analysis Human Reproductive Update 2017 ;23(6) : 646-659)

Entstehung und Funktion der Spermien :

Der männliche Hoden produziert normalerweise etwa 2500 Spermien/Sekunde, was einer Produktionsrate von 2-3.000.000 Millionen Spermien/Tag entspricht und das Hormon Testosteron, welches auch die Samenproduktion reguliert.

Die männlichen Samenzellen sind während der Reifungsphase sehr temperaturempfindlich und werden deshalb in der kühleren Region des Hodens, bei ca. 2-2,5 Grad niedriger, als im Bauchraum herangereift. Im Nebenhoden schließlich findet die funktionelle Reifung der Spermien statt. Innerhalb von zwei Wochen entwickeln die Spermien, durch Kontakt mit den Nebenhodenepithel und dessen Sekret, die Fähigkeit sich zu bewegen. Im Schnitt beträgt das Samenvolumen 2-6 ml, wobei auf 1 ml 20-150.000.000 Millionen Spermien kommen. Die Zusammensetzung der Spermien ist von verschiedenen Organen beeinflusst. Hoden und Nebenhoden bilden 5 % des Ejakulat, dass Samenbläschen 65-75 %, die Prostata 10-30 % und die Cowperschendrüsen 2-5 %.

Die gesamte Spermienentwicklung dauert 72 Tage. Berücksichtigt man noch die Reifungsprozesse ist der nötige optimale therapeutische Zeitraum zur Beeinflussung der Spermienentwicklung ca. 10-12 Wochen.

Spermatozoen (Spermien) sind nur ca. 60 µm groß und gliedern sich in Kopf und Schwanz. Während der Schwanz auch die Mitochondrien zur Energiegewinnung der Fortbewegung enthält, besteht der Kopf aus einem haploiden Kern mit dem genetischen Erbinformation. Die Spitze besteht aus dem sogenannten Akrosom, welches hydrolytische Enzyme enthält, die es dem Spermium ermöglichen, die Schutzhülle (Corona radiata und Zona pellucida) der Eizelle aufzulösen und zu durchdringen. Spermien können bis zu sieben Tage im weiblichen Genitaltrakt überleben. Die optimale Befruchtungsfähigkeit haben sie aber am ersten Tag.

Auf dem Weg zur Eizelle werden die Spermien wahrscheinlich chemotaktisch von Progesteron oder duftähnlichen Substanzen, dem pH-Wert und Temperatur unterschieden geleitet. Aufgrund des hindernisreichen Weges erreichen unter Normalbedingungen nur etwa 300 Spermien den Bereich am Ende des Eileiters, an der die Eizelle auf ihre Befruchtung wartet. Nur ein Spermium davon befruchtet dann die Eizelle.

Diagnostik:

Zentrales diagnostisches Methode ist eine quantitative und qualitative Analyse der Spermien (Samenzellen) mittels Spermiogramm.

Üblich ist die Untersuchung nach 2-7 Tage sexueller Karenz. Ab dem sechsten Tag nimmt die Mobilität der Spermien ab (Akromosomenindex sinkt). Untersuchungen zeigen ,dass die Schädigung des Erbguts ab dem siebten Tag Karenz signifikant zunimmt. Mit anderen Worten, möglichst frisch gewonnene Spermien sind vitaler und gesünder.

Versucht ein Paar mit dem Geschlechtsverkehr zum optimalen Zeitpunkt schwanger zu werden, verbessert sich tatsächlich die Fertilität des Mannes durch Masturbation in den Tagen vor dem Geschlechtsverkehr.

In der Regel sind zwei Spermiogramme mit zeitlichem Abstand zu diagnostischen Sicherung erforderlich.

Nomenklatur des Spermiogrames:

Spermienkonzentration: Eine häufig gestellte Diagnose ist die Reduzierung der Spermienkonzentration  (Oligozoospermie). Häufigkeit: einer von zehn Männern hat eine Oligozoospermie.

Mobilität: Spermien bewegen sich normalerweise durch eigenen Vortrieb mit einer Geschwindigkeit von 3-4 mm/min vaginal voran. Für die Gesamtstrecke von 15-18 cm benötigen sie ca. 60 Minuten um den Eierstock zu erreichen. Eine Reduzierung der Mobilität nennt man Asthenozoosperrmie.

Morphologie: Eine Abnahme der normalen Morphologie bei Kopf -oder Schwanzdefekten wird Teratozoospermie genannt. Tritt eine Reduktion der Dichte, Mobilität und Morphologie zusammen auf , wird dies als Oligoasthenoteratozoospermie (OAT) bezeichnet. Finden sich nach Aufarbeitung keinerlei  Spermien im Ejakulat, spricht man von Azoospermie.

Weiterführende Diagnostik:

Um eine präzisere Aussage über die Spermienqualität zu machen ,ist im weiteren eine DNA Defragmentierung möglich. Dabei wird die Brüchigkeit der Spermien- DNA getestet. Bei Männern mit Kinderwunsch wird bei rund 25 % der Männer mit pathologischen Spermiogramm eine DNA Schädigung und bei 10 % der Männer mit unauffälligen Spermiogramm eine solche Schädigung gefunden. Als Ursachen werden physikalische (Hitze, Trauma), chemische (Rauchen, Medikamente) und anatomische (Varikozelen) sowie infektiöse Ursachen diskutiert. Als Folge kommt es zu einem erhöhten Risiko für einen Frühabort.

Am weitesten bereitet ist die Sperm Chromatin Structure Analysis (SCSA Testing) mittels spezieller Färbung behandelte Spermien, färben sich mit intakter DNA grün solche mit gebrochener (fragmentierte DNA) färben sich rot. Dann wird das Verhältnis bei 5000 untersuchten Spermien von grüner zu roter Spermien berechnet. Ergebnis ist der sogenannte Fragmentation Index (FDI).

Ist der FDI erhöht gilt es die Ursachen zu erforschen.

Ursachen für männliche Unfruchtbarkeit: 

Infektionen: Bei Infektionen ist eventuell eine Antibiotikatherapie sinnvoll. Insbesondere eine Chlamydieninfektion führt zu deutlich erhöhten DNA Fragmentation.

Lebensstil:  Nikotinkonsum, Cannabiskonsum, Alkohol:

Rauchen führt zur Abnahme der Spermienzahl um 17,5% und reduziert die beweglichkeit der Spermien durch 16.6% im Vergleich zu Nichtrauchern. Rauchen führt zu DNA-Fragmentierung und reduziert den wichtigen Faktor der Fruchbarkeit, die „Schwimmfähigkeit“ (Motilität) der Spermien deutlich. (Asare-Anane H, Bannison SB, Ofori EK, et al. Tobacco smoking is associated with decreased semen quality. Reprod Health. 2016;13(1):90. Published 2016 Aug 5.doi:10.1186/s12978-016-0207-z)

Auch regelmäßiger Cannabiskonsum wirkt als Spermienkiller. Aus früheren Studien weiß man, dass die Spermienqualität bei Cannabiskonsumenten deutlich beeinträchtigt ist. Eine dänische Untersuchung aus dem Jahr 2015 an 1.215 gesunden Männern ergab, dass die Spermienanzahl bei regelmäßigen Cannabiskonsumenten um 29 Prozent, und die Spermienkonzentration um 28 Prozent geringer war. Bei geringen Cannabiskonsum scheint es jedoch keine negativen Einflüsse zu geben. Homonspiegel des männlichen  Testosteron erhöh sich. (Gundersen TD, Jørgensen N, Andersson AM, Bang AK, Nordkap L, Skakkebæk NE, Priskorn L, Juul A, Jensen TK. Association Between Use of Marijuana and Male Reproductive Hormones and Semen Quality: A Study Among 1,215 Healthy Young Men. Am J Epidemiol. 2015 Sep 15;182(6):473-81. doi: 10.1093/aje/kwv135. Epub 2015 Aug)

Laut einer italienischen Studie ist ein geringe Alkoholkonsum ( 5-7 Gläser Bier/ Wein/ Woche) mit einer Verbesserung der Spermienqualität verbunden. Ursache für den Effekt sollen die enthaltenden Polyphenole und nicht der Alkohol sein.  Um so mehr Alkohol getrunken wird um so stärker wird der Testosteronspiegel gesenkt, die Spermienanzahl reduziert und die Morphologie beeinträchtig. Laut Studien ist ab einem Alkoholkonsum von mehr als  5 -7 Flaschen Bier/ Woche ein negativer Effekt bemerkbar.

Anatomische Veränderung am Hoden: Liegt eine Krampfader am Hoden vor (Häufigkeit von Varicozelen 15-35%) vor, muss diese operiert werden. Ist eine Sterilisierung mit Durchtrennung der Samenleiter vorgenommen worden und kommt es zu einem misslingen der Refertilisierung des Vas deferens (misslungene operative Wiederherstellung der Samenleiter) , besteht die Möglichkeit einer mikrochirurgischen epididymalen Spermienaspiration ( MESA) um Spermien zu gewinnen. Das Verfahren wird stets kombiniert mit einer intracytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) und einer In-vitro-Fertilisation (IVF) und wird am besten mir frisch gewonnen Spermien durchgeführt.

Unfruchtbarkeit aus Blickwinkel der der traditionellen chinesischen Medizin (TCM):

Grundvoraussetzungen für die Fruchtbarkeit des Mannes sind aus TCM Sicht folgende Faktoren:

  1. Eine genügende Nierenessenz (Jing). ( genetisches Potential)
  2. Ein ministerielles Feuer (Ming men = Yang Aspekt) das warm genug ist um die Umwandlung des Nieren- Jing in Samenflüssigkeit und Sperma zu erreichen.
  3. Ein entspanntes Leber-Qi um eine normale Ejakulation zu gewährleisten.
  4. Verhinderung von Feuchtigkeit und Schleim-Obstruktionen sowie Blut Stase, sodass der Samenleiter eine normale Ejakulation unterstützen kann.
  5. Verhinderung von feuchter Hitze oder toxische Hitze (Re) im urogential Bereich um Beschädigung der Spermien zu verhindern.
  6. Ausreichende Mengen von Qi und Blut müssen grundsätzlich zu Verfügung stehen. Sie bilden die postnatale Essenz um die pränatale Essenz zur Entfaltung zu bringen

Krankheitsursachen aus TCM Sicht:

Erblich bedingte Schwäche oder erworbene konstitutionelle Schwäche der Nierenessenz (Jing):

Der Nieren Funktionskreis speichert die Essenz (Jing) des Menschen und steuert die Fortpflanzung. Aus TCM Sicht bewahrt der Nieren-Funktionskreis die prä- und postnatale Essenz. Die Essenz (Jing) ist das Struktivpotential (genetisches Potential) des Körpers. Diese Grundsubstanz bestimmt die Entfaltungsmöglichkeit die verschiedenen physiologischen Substanzen wie, Qi, Blut und Yin um daraus Samen und Spermien zu produzieren. Durch den Yang -Aspekt des Nieren -Funktionskreise, dem sogenannten ministeriellen Feuer (Ming Men), wird die Essenz erhitzt und zu Nieren -Qi verdampft. Dadurch wird das angeborenen genetische Potential eines Menschen zur Ausprägung gebracht. Die Qualität und Quantität der Nierenessenz als Grundsubstanz des Jing bedingt die Qualität und Quantität der Spermien unmittelbar.

Die Nieren Essenz ist wichtig für ausreichendes Ejakulatvolumen, Spermiendichte, Morphologie, Viskosität und Verflüssigungszeit.

Das ministerielle Feuer (Ming men) ist eine Wärme- und Aktivitätsquelle für den ganzen Körper. Sie steuert mit Ihrer Yang-Kraft insbesondere die Sexualfunktionen, Urinproduktion und mit den Reproduktionsfunktionen die Fruchtbarkeit des Nieren-Funktionskreises. Die Nierenessenz wird in Nieren Qi umgewandelt und die Erzeugung und Umwandlung von Spermien und Samen wird gewährleistet. Lodert das ministerielle Feuer nur schwach, kommt es zu einer Nieren-Yang Schwäche, mit allgemeinen Kältephänomenen. Die Bewegung der Spermien sowie auch die Morphologie sind beeinträchtigt.

Auch die Verflüssigungszeit ist eine Funktion des Nieren-Yang. Kurz nach dem Austritt aus den Samenwegen ist das Ejakulat zunächst zähflüssig und verflüssigt sich nach einer halben Stunde wieder. Lodert das ministerielle Feuer zu schwach, findet diese Verflüssigung nicht statt und es wird von einer Hyperviskositätsstörung gesprochen.

Schleim und Blutstagnationen können aus TCM-Sicht ebenfalls die Umwandlung der Essenz und deren Entfaltung blockieren.

Häufig ist eine Milz-Qi Schwäche mit Störung der Verdauungsfunktion die Ursache. Feuchtigkeit akkumuliert im Körper, es kommt zur Nahrungsmittelstagnation und im weiteren Verlauf bei Einfluss von Hitze zur Schleimbildung. Schleim blockiert die Wege der Samenleiter als Yin -Pathogenen ist Schleim auch Blut-Stase fördernd. Damit entstehen Durchblutungsstörungen im Hoden. Es kann zu verminderten Volumen des Ejakutates, geringer Spermiendichte, verlängerter Verflüssigungszeit, Ejakulationsprobleme oder abnormen Morphologie der Spermien kommen.

Auch der Leber -Funktionskreis spielt eine wichtige Rolle bei der Funktion der Genitalorgane. Die Akupunktur-Leitbahn des Leber-Funktionskreises läuft anatomisch gesehen über die Genitalorgane. Ein freier Fluss des Leber-Qi ist für eine normale Funktion erforderlich. Kommt es zu einer Leber-Qi Stagnation, wird der Weitertransport und die Spermienproduktion vermindert. Folge können ein geringes Volumen gesteigerte Viskosität, verlängerte Verflüssigungszeit, geringe Dichte und auch abnorme Morphologie der Spermien sein.

Fülle-Muster: Auch blockieren Fülle-Syndrome können zur männlichen Unfruchtbarkeit beitragen. Insbesondere bei schlechten Ernährungsgewohnheiten mit Alkohol, fettigen Essen werden die Funktion der Verdauungsorgane, insbesondere des Milz-Qi, geschwächt und es entsteht eine Feuchtigkeitsansammlung. Kommen Hitzefaktoren hinzu, entsteht eine blockieren Feuchte-Hitzesituation im Bereich der Hoden, dadurch kommt es zu einer Verminderung der Essenz und Verstopfung der Samenwege. Daraus resultiert häufig ein vermindertes Volumen, eine erhöhte Viskosität, verlängerte Verflüssigungszeit, abnorme Morphologie und auch eine geringe Spermiendichte.

Leere-Muster: Ein weiterer Faktor kann ein Qi- und Blutmangel sein. Insbesondere das Leberblut wandelt sich in Nierenessenz um. Wie schon beschrieben ist Qi und Yang erforderlich um die sogenannte pränatale und postnatale Essenz umwandeln zu können. Die Veränderungen im Spermiogramm sind ähnlich derer bei einem Essenzmangel.

Diagnostik: nach einer genauen Anamneseerhebung, bei der auch eine Zungen- und Pulsdiagnostik durchgeführt wird, werden die verschiedenen Krankheitsursachen individuell analysiert. Um die männliche Unfruchtbarkeit  aus TCM Sicht zu behandeln werden die Symptome in das theoretische Gerüst der chinesischen Medizin eingeordnet. Diese umfasst die Theorie der fünf Wandlungsphasen (Zang/Fu). Der Körpersubstanzen (Qi/ Xue), der pathogenen Faktoren und der Yin-Yang–Theorie. Wichtige Fragen sind dabei: Besteht ein Qi-, Blut-, Yin-, Jing- oder Yang-Mangel? Welche pathogenen Faktoren lassen sich aus TCM Sicht ermitteln? (Kälte, Hitze und sek. Faktoren wie Blutstagnation und Schleim). Handelt es sich um eine inneres Fülle oder leere Kälte und oder Hitze Muster nach den acht Leitkriterien?

Therapie: Mit chinesischer Arzneimitteltherapie, Akupunktur und Ernährungstherapie können diese Störungsmuster oft gezielt erfolgreich therapiert werden.

Studien zur Wirkung der TCM Arzneimitteltherapie bei männlicher Unfruchtbarkeit:

In den letzten Jahrzehnten gibt es einen zunehmende systematische Forschung zur Behandlung von männlicher Unfruchtbarkeit mit TCM-Therapie ( Kräutermedizin, Akupunktur). So konnte eine chinesische Forschergruppe nach 12 wöchigen chinesischer Kräutertherapie eine signifikante Verbesserung der Spermienqualität nachweisen. Sun ZG, Lian F, Jiang KP, Zhang JW, Ma FM, Zhang N, Sun JL, Yang WW. [Shengjing prescription improves semen parameters of oligoasthenozoospermia patients: efficacy and mechanism]. Zhonghua Nan Ke Xue. 2012 Aug;18(8):764-7. Chinese. PMID: 22934526.

Bei verschiedenen chinesischen Kräutern konnten spezifische Effekte auf die Spermienqualität nachgewiesen werden. Fructus Corni , Fructus Schisandrae , Fructus Rubi , Semen Cuscutae und Fructus Lycii  sind Kräuter, die häufig in der TCM zur Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit verwendet werden. Jedes dieser 5 Kräuter weist antioxidative Eigenschaften auf, und es wurde gezeigt, dass Kombinationen dieser Kräuter sowohl die Spermienzahl als auch die Spermienaktivität verbessern. In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wird Radix Morindae häufig verwendet, um die Nieren -Yang zu beleben. Yang (die ursprüngliche wärmende Energie im menschlichen Körper) hilft bei der Abwehr von Krankheiten und hilft die männliche Unfruchtbarkeit zu behandeln. Eine In-vitro-Studie zeigte sich, dass Oligosaccharide aus Radix Morindae als Schutzmittel gegen oxidative Schäden an der Spermien-DNA wirkten.  Eine Mischung aus 2 Kräuterextrakten bestehend aus Herba Epimedii  und Radix Angelicae Gigantis  erhöhte die Spermienproduktion durch Reduzierung von oxidativem Stress und wirkte sich in einem männlichen Unfruchtbarkeitsmodell positiv aus. Herba Cynomorii war mit einem signifikanten Anstieg der epididymalen Spermienzahl und des absoluten Hodengewichts in Rattenhoden assoziiert. Diese Effekte könnten auf die antioxidativen Eigenschaften dieser Kräuter zurückzuführen sein, die dazu beitragen, Ungleichgewichte wiederherzustellen, die durch übermäßige Mengen an reaktiven Sauerstoffspezies verursacht werden.

Kim KI, Jo J. Die Wirksamkeit der koreanischen Medizin bei männlichen Patienten mit Unfruchtbarkeit: ein Studienprotokoll für eine prospektive Beobachtungs-Pilotstudie. Medizin (Baltimore). 2018;97(4):e9696. doi:10.1097/MD.09696

Ernährung :

Welche Ernährung ist für männliche Fruchtbarkeit sinnvoll? Auch Veränderung der Ernährungsgewohnheiten mit frischer mediterraner Kost ist wirksam. Diese Kostform basiert auf einem hohen Anteil von Gemüse , Obst , Fisch und Olivenöl, welches eine hohen Anteil von Omega 3- und Omega 6 Fettsäuren enthält. Die chinesische Diätetik betont zusätzlich die Bedeutung des Temperaturverhaltens der Speisen und Getränke und verbessert über die Stützung der Verdauungsorgane indirekt die Spermienqualität.